Die Lärche

15.01.2019

Die Lärche – Das Hartholz aus Deutschland

Die europäische oder gemeine Lärche (Larix decidua) ist ein sommergrüner Nadelbaum und hauptsächlich in den nördlichen Regionen Europas heimisch. Er ist schon Kindern bestens bekannt, weil er als einziger Nadelbaum im Spätherbst seine Nadeln abwirft. In Deutschland ist sein Vorkommen eher gering, die große Nachfrage, welche parallel zur Tropenholz-Diskussion entstand, konnte nicht annähernd damit gedeckt werden. 

Folglich wird heute ebenfalls das qualitativ durchaus vergleichbare Holz der sibirischen Lärche angeboten. Die Lärche gehört zur Gattung der Kieferngewächse, sie erreicht eine beeindruckende Wuchshöhe von bis zu 50 Meter sowie einen Durchmesser von 1,5m. Der schnellwachsende Baum, schlanke Baum kann bis zu 600 Jahre alt werden, wird für die Holzwirtschaft aber meist im Alter von 100-150 Jahren geschlagen. Die Lärche liebt es eher kühl, deshalb gedeiht die Gebirgslärche auch bis in Höhenlagen über 2500 Meter.

Im Vergleich mit unseren anderen, einheimischen Hölzern ist das Holz der Lärche eines der härtesten und schwersten, außerdem ist es überdurchschnittlich fest, formstabil und es verzieht sich kaum. Verglichen mit Kiefernholz ist es zäher und harzreicher. Im Außenbereich kann das Edelholz sogar unbehandelt eingesetzt werden, es bildet dann eine silbergraue Optik, die sogenannte Patina aus. Wer diesen Effekt nicht möchte, imprägniert sein Holz zuerst. Bevor die Oberfläche gebeizt wird, sollten sämtliche Harzreste sorgfältig mit Lösungsmittel entfernen werden. Aufgrund seines sehr hohen Harzgehalts würden wir von einer Behandlung mit ölhaltigen Lacken abraten. Lärchenholz besitzt eine gute Resistenz gegenüber Schadinsekten und Pilzen. 

Selbst unter Wasser weist dieses Holz eine sehr hohe Dauerhaftigkeit, vergleichbar mit der von Eichenholz, auf. Aus diesem Grund wird es gerne für die verschiedensten Unterwasserkonstruktionen eingesetzt, beispielsweise beim Brückenbau, Schiffs- und Bootsbau. Leider neigt die Lärche, je nach Witterung, zum Drehwuchs, welcher sich negativ auf die Standfestigkeit des Holzes auswirken und zu Spannungen im Holz führen kann. Lärchenholz ohne Drehwuchs lässt sich sehr gut bearbeiten.

Äußerlichkeiten

Das Splintholz des Kieferngewächses ist hellgelb bis blass rötlich. Es ist mit lediglich 1 bis 3 cm auffallend schmal und setzt sich deutlich vom gelblichen bis orange- oder rötlichbraunen Kernholz im Inneren ab. Charakteristisch für Lärchenholz ist, dass die Jahresringe vergleichsweise dunkel sind und sich deutlich von der helleren Wachstumsschichten abgrenzen. Großformatige Produkte aus geschnittenem Lärchenholz wie Dielen oder Paneele besitzen deshalb eine lebhafte Struktur, welche sich entweder als markante Streifen oder Maserung in Zungenform präsentiert. Am Licht dunkelt es stark nach. Da Lärchenholz, ebenso wie Fichten- und Kiefernholz, feine Harzkanäle besitzt, kann es problemlos der Witterung ausgesetzt werden, bildet unbehandelt jedoch die typische, silbergraue Patina. Eine schnellwachsende Europäische Lärche ist meist deutlich astiger als die Sibirische Lärche.

Behandlung & Pflege

Da das Lärchenholz von Natur aus äußerst beständig gegen Witterungseinflüsse ist, ist eine Behandlung oder Pflege bei diesem Holz nicht notwendig.

Einsatzbereich

Die wichtigsten Verwendungen für Lärchenholz sind wegen seiner guten Witterungsbeständigkeit im Außenbereich: Bauholz, Außenverschalungen, Dachkonstruktionen, Fenster und Türen, aber auch Gartenhäuser und Gartenmöbel. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle beim Brücken-, Schiffs- und Bootsbau. Im Innenbereich wird es gerne für Bodenbeläge, Treppen oder Wandverkleidungen, ebenso wie zum Bau von Instrumenten eingesetzt.

Wissenswert

  • Dichte: ca. 570 kg/m³
  • gute statische Eigenschaften
  • sehr biegsames Holz
  •  sehr gute Bearbeitung möglich
  • kleine Haarrisse und Stirnkantenrisse sind bei dem Holz normal

Vorteile

  • sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis
  • sehr dauerhaft, sehr witterungsbeständig, deshalb ausgezeichnete Alternative zu Tropenholz
  • formstabil
  •  heimisches Holz, gute Öko-Bilanz

Nachteile

  • Harzaustritt möglich
  • neigt zu Drehwuchs
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